Mobile Ethikberatung in Lippe (MELIP)

Die MELIP bietet Ethikfallberatungen an, die der Unterstützung in schwierigen Entscheidungs-,
Behandlungs-, Pflege- und Versorgungssituationen dienen. Das bedeutet konkret, z.B.:

• wenn es Konflikte in der Beachtung und Durchsetzung des Patientenwillens gibt
(unterschiedliche Meinungen von Hausarzt/Angehörigen/Heim) oder

• wenn eine therapeutische Maßnahme, die gegen den mutmaßlichen Willen
des Patienten durchgeführt wird, beendet werden soll oder

• wenn eine Behandlung abgebrochen werden soll, die nur zu einer Verlängerung der Sterbezeit,
aber nicht zum Erhalt der Lebensqualität führt.

Ansprechpartnerin: Birgit Bleibaum

Info-Broschüre “MELIP” (PDF): Download Broschüre PDF-Datei


Wir weisen darauf hin, dass bei unseren Veranstaltungen und persönlichen Beratungen die 3- G-Regel* und das Tragen einer medizinischen oder FFP2 Maske verpflichtend ist.

*GETESTET oder GEIMPFT oder GENESEN.
• schriftlicher oder digitaler Covid-19 Nachweis über einen bestätigten negativen Schnelltest oder PCR-Test von einer anerkannten Teststelle (nicht älter als 48 Stunden).
• Nachweis über einen vollständigen Impfschutz (der zweite Impftermin muss mind. 14 Tage zurückliegen).
• Nachweis über eine überstandene Corona-Erkrankung: positiver PCR-Test, der mind. 28 Tage und höchstens 6 Monate zurückliegt.

 

Ausschreibung Schulung für Ethikberatung

Die Mobile Ethikberatung in Lippe (MELIP) www.melip.de bietet Qualifizierungskurse zum/zur Ethikberater/in im Gesundheitswesen (AEM) an, die nach den Vorgaben der AEM aufgebaut sind.

Ziele

Der Bedarf bei anstehenden Entscheidungen über Untersuchungen, Behandlungen und pflegerischen Versorgungen auch ethische Gesichtspunkte einzubeziehen, wird immer größer. Wie ist der Wille eines Hilfebedürftigen zu beachten? Soll und darf auf eine künstliche Ernährung, z.B. über eine PEG-Sonde, verzichtet werden? Welche Behandlung ist noch angemessen und sinnvoll? Das sind Fragen, die oft zu Unsicherheiten führen. Sie können im Rahmen einer Ethikberatung geklärt werden. Seit Januar 2016 bietet die Mobile Ethikberatung in Lippe (MELIP) solche Ethikberatungen für Menschen in stationären Pflegeeinrichtungen, ambulanten Versorgungs- und Pflegebereichen und palliativmedizinischen Betreuungsformen an. Sie will damit die Gesundheitsversorgung und die Kultur des Umgangs zwischen den Beteiligten und Betroffenen im Kreis Lippe verbessern.

Eine fundierte Ethikberatung setzt die Kompetenz voraus, ethische Probleme erkennen und differenzieren, über Werte und moralische Maßstäbe sprechen, Gespräch und Konfliktlösungen moderieren und Orientierungshilfen erarbeiten zu können. Standards dazu sind von der Akademie für Ethik in der Medizin e.V. (AEM) in Göttingen (www.ethikkomitee.de) erarbeitet worden.

Die Kurse sind gedacht für alle,

- die sich an Ethikberatungen der MELIP beteiligen wollen,

- die eine Qualifizierung zur Ethikberatung außerhalb von Lippe anstreben,

- die sich in Pflegeeinrichtungen, ambulanten Pflegediensten und palliativmedizinischen Bereichen mit ethischen Fragen konfrontiert sehen und diese besser verstehen und lösen möchten.

Kurskonzept

Ein Kurs setzt sich aus 4 Modulen zusammen. Jedes Modul umfasst 8 Lehreinheiten zu je 45 Minuten und ist in sich geschlossen. Es ist zwar sinnvoll, die Module in der Reihenfolge 1 bis 4 zu belegen, doch ist auch jede andere Reihenfolge möglich. Ebenso ist es möglich, nur einzelne Module zu belegen. Für jedes Modul wird eine Teilnahmebescheinigung erstellt, so dass man bei eventuellen späteren Wiederholungen die fehlenden Kurse ergänzen kann. Es gibt auch andere Anbieter, um die theoretische Qualifikation zur Ethikberatung zu erwerben.

Für die Zertifizierung zur Ethikberaterin / zum Ethikberater im Gesundheitswesen (AEM) ist die Teilnahme an allen 4 Modulen “Ethik” erforderlich. Außerdem muss eine Kompetenz in Moderation von Ethikfallberatungen nachgewiesen werden. Sie kann durch die Teilnahme an den beiden Modulen der Kurse “Moderation Ethikfallberatung” erworben werden. Der Moderationskurs kann getrennt als einzelne Einheit gebucht werden.

Bei Teilnahme am kompletten Kurs (4 Ethik-Module und 2 Moderationsmodule) kann der Zertifizierungsantrag durch den Kursleiter übernommen werden.

Ethik-Modul 1: Einführung Ethik

Definition, Ethik-Moral, Zugangswege, Begründungsformen von Ethik, Ethik und Recht, Weltanschauungen, Moral und Religion, Bereichsethiken, Herausarbeiten ethischer Konflikte / Problem-Differenzierung im konkreten Fall, individuelle moralische Wertmaßstäbe, Reflexion eigener Positionen – Üben an Fallbeispielen.

Ethik-Modul 2: Typische ethische Herausforderungen

Autonomie und Selbstbestimmung, Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Vertraulichkeit und Privatheit, Wahrheit, Diagnose- und Prognosevermittlung, Aufklärung über medizinische und pflegerische Maßnahmen, Umgang mit Nichteinwilligungsfähigen, Umgang mit Menschen mit Demenz – Üben an Fallbeispielen.

Ethik-Modul 3: Formen, Ziele und Organisation von Fallbesprechungen und Ethikberatung

Verschiedene Modelle von Ethikberatungen (z.B. Ethikkomitee, Ethikkonsil, Ethik-Liaisondienste, Ethikarbeitskreise), Dokumentation der Ethikberatung, Methoden der Fallbesprechung (z.B. Nijmwegener Modell, Modell nach Rabe, Modell nach Dörries, Modell Salomon, Ulmer Methode), Kommunikation, Einzelfallberatung, Stationsberatung, Erarbeiten von Orientierungshilfen – Üben an Fallbeispielen.

Ethik-Modul 4: Ethikberatung praktisch

Ethik am Lebensende, Therapiezieländerung und Therapiebegrenzung, Verzicht auf Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr, psychiatrische Erkrankung, einbeziehen von Angehörigen und Betreuern – Üben an Fallbeispielen.

Moderation Ethikfallberatung Modul 1 und Modul 2: (alle Inhalte kommen in beiden Modulen vor und werden anhand konkreter Beratungsfälle dargestellt und erprobt)

Kurzeinführung in Kommunikationsformen- und Prozesse, Erwerb von Grundkenntnissen zu Prozessen in Gruppen, Planung von Ethikfallberatungen, praktisches Erleben von Ethikfallberatungen, Erwerb von Kenntnissen zur Leitung einer Ethikfallberatung (Gesprächsbeginn, -durchführung, und -abschluss; Rednerliste, Zwischenergebnisse, Herausarbeiten von Konsens und Dissens), Teilnahme an Ethikfallberatungen, Moderation von Ethikfallberatungen, Strukturieren von Ethikfallberatungen nach verschiedenen Modellen, Nacharbeit einer Ethikfallberatung, Protokollierung, Umgang mit Emotionen, Konflikten und Störelementen.

Termine (jeweils Samstag von 9:30 – 16:45 Uhr, entspricht 8 Unterrichtseinheiten)

 

Termine

 Ethik:

Modul VI/1: Samstag, 04.09.2021

Modul VI/2: Samstag, 09.10.2021

Modul VI/3: Samstag, 30.10.2021

Modul VI/4: Samstag, 06.11.2021

Moderation Ethikfallberatung:

Modul VI/5: Samstag, 22.01.2022

Modul VI/6: Samstag, 05.02.2022

Kursgebühren: 150,00 € pro Modul

In den Kursgebühren sind enthalten: Materialien, Getränke und Snacks, Mittagsimbiss

 

Kursleitung:

Prof. Dr. med. Fred Salomon (www.ethik-salomon.de)

Chefarzt a.D. Klinikum Lippe-Lemgo, Arzt für Anästhesiologie

Medizinethiker

Trainer für Ethikberatung im Gesundheitswesen (AEM)

 

Jedes Modul ist im Rahmen der Zertifizierung der ärztlichen Fortbildung der Ärztekammer Wesfalen-Lippe mit je 10 Fortbildungspunkten (Kategorie: C) anrechenbar.

Anmeldungen:

Ina Büschemann    (per Mail: i.bueschemann@hospiz-lippe.de oder telefonisch: 05261-777383)

 

 

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